Auf einen normalen Tennisplatz passt ein Padel-Court, auf zwei nebeneinander passen drei. Hier seht ihr, wie ihr das nachmesst, was bei Sand, Kunstrasen und Asphalt zu tun ist, welche Summen Vereine nennen und welche Beschlüsse und Förderfragen ihr vor dem Baubeginn klären müsst.
Der Court misst innen 20 × 10 m. Außen kommen rund 50 cm je Seite für die Ankerplatten dazu, das ergibt mindestens 21 × 11 m. Dazu kommt auf mindestens einer Seite ein Flucht- und Rettungsweg von 1,20 m, besser 1,40 m. Die Tabelle legt die Planmaße des DTB auf die Fläche eines Tennisplatzes von 36,57 × 18,27 m.
Zwei Tennisplätze rechnen wir mit 36,57 × 36,54 m. Ältere Anlagen können kleiner sein: Für Freizeit und Clubspiel nennt die ITF nur 5,48 m Auslauf hinten und 3,05 m seitlich. Ein Platz misst dann rechnerisch 34,73 × 17,07 m, und der Eck-Lösung fehlen 0,47 m. Masten, Zaun, Zuwege und Grenzabstände kommen in jedem Fall dazu. Spiel außerhalb des Courts verlangt nach den FIP-Regeln von 2026 auf jeder Seite freie 3 × 4 m, für Training und nationalen Ligabetrieb ist das laut DTB nicht nötig.
Ein Padel-Court braucht laut DTB immer eine gebundene, ebene Fläche aus Asphalt oder Beton. Sand und Kunstrasen erfüllen das nicht, Asphalt nur nach Prüfung. Lasst deshalb vor dem ersten Angebot den Platz vermessen und den Schichtaufbau untersuchen.
Achtet auf Altlasten. Das dioxinbelastete Kieselrot wurde von 1955 bis mindestens 1967 vor allem in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Bremen auf Sport- und Spielplätzen verbaut. Ob das Tennisplätze betrifft, ist nicht belegt. Asphalt stufen Entsorger nach seinem PAK-Gehalt ein, und manche Containerdienste verlangen schon für Ziegelmehl ein Prüfzeugnis. Lasst bei unklarer Herkunft vor dem Abbruch Proben nehmen.
Einen veröffentlichten Festpreis für den Rückbau eines Tennisplatzes haben wir nicht gefunden. Die Tabelle zeigt, was belegt ist, dazu eine eigene Beispielrechnung für die Entsorgung. Alle Beträge sind Richtwerte, Stand Oktober 2026.
Hersteller und Portale wollen verkaufen, prüft ihre Zahlen an konkreten Angeboten. Lasst Abtrag, Entsorgung und Schichtuntersuchung im Angebot als eigene Posten ausweisen. Der DTB rechnet Entsorgung und Erschließung als Nebenkosten in seinen Gesamtrahmen ein, ohne sie zu beziffern. In unseren Spannen ist der Rückbau nicht eingerechnet, plant ihn als eigenen Posten.
Die Regeln stehen im BGB, in eurer Satzung, in der Wettspielordnung und im Vertrag mit dem Verpächter. Das hier ersetzt keine Rechtsberatung. Fragt euren Landessportbund, das Registergericht und im Zweifel eine Kanzlei für Vereinsrecht.
Verbände schreiben Plätze für den Spielbetrieb vor. Mecklenburg-Vorpommern verlangt drei Plätze mit einheitlichem Belag bei 6er-Mannschaften und zwei bei 4er-Mannschaften, Rheinland-Pfalz dasselbe für Ober- und Verbandsliga. Prüft eure Wettspielordnung, bevor ihr einen Platz aufgebt.
Steht dort nur die Förderung des Tennissports, kann eine weitere Sportart schon eine Zweckerweiterung sein, warnt das Beratungsportal VIBSS des Landessportbunds NRW. Die braucht nach § 33 BGB alle Mitglieder, wenn die Satzung nichts anderes regelt. Eine normale Satzungsänderung braucht drei Viertel der abgegebenen Stimmen. Klärt die Formulierung vorab mit dem Registergericht.
Nach § 32 BGB ist ein Beschluss nur gültig, wenn sein Gegenstand in der Einladung steht. Es zählt die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit eure Satzung nichts anderes sagt. Nennt konkret den Platz, die Zahl der Courts, den Kostenrahmen und die Finanzierung und stellt den Beschluss unter den Vorbehalt von Baugenehmigung und Förderbescheid.
Der BGH verlangt für eine einmalige Umlage eine Grundlage in der Satzung mit erkennbarer Obergrenze (II ZR 91/06). Ohne sie ist eine Umlage nur ausnahmsweise wirksam, wenn der Verein sonst nicht fortbestehen kann. Darlehen von Mitgliedern, wie in Heuchelheim, laufen über eigene Verträge.
Liegt der Platz auf Pachtland, klärt schriftlich den Umbau, die Laufzeit, das Eigentum am Court und den Rückbau am Vertragsende. Einem Betreiber dürft ihr die Courts nach §§ 540 und 581 BGB nur mit Erlaubnis überlassen. In Kappelrodeck geht die Anlage nach der Abnahme kostenfrei an die Gemeinde, der Verein erhält ein unentgeltliches Nutzungsrecht und übernimmt Pflege und Verkehrssicherung.
Wurde der Tennisplatz, sein Flutlicht oder eine Sanierung bezuschusst, kann die Bindungsfrist noch laufen. Fragt den Fördergeber schriftlich, ob Padel als zweckentsprechende Nutzung gilt, und zwar vor dem Beschluss.
Zwei Fristen zählen: Wie lange ist ein alter Zuschuss an den Tennisplatz gebunden, und wie lange muss euer Grundstück für den neuen Zuschuss gesichert sein? Die Regeln unterscheiden sich je Land, hier fünf Beispiele.
Beispiel Niedersachsen: Bei 20.000 € Zuschuss und vier Jahren zweckentsprechender Nutzung blieben 12.000 € rückzahlbar. Ob Zinsen dazukommen, klärt mit dem LSB. Keine dieser Richtlinien regelt den Wechsel von Tennis zu Padel ausdrücklich. Die häufig zitierten 87,5 % Förderung waren laut einem Anbieter an über 25 % jugendliche Mitglieder und mindestens 25 Jahre Pacht gebunden. In Hessen und Thüringen gefährdet ein Auftrag vor dem Bescheid die Förderung, Niedersachsen erlaubt den Start nach dem Antrag auf eigenes Risiko. Fragt vor jeder Unterschrift nach.
Veröffentlichte Summen, meist Angebote, Schätzungen oder Vereinsangaben, abgerechnet ist kaum etwas belegt. Vereine nennen meist 75.000 bis 100.000 € je Court. Alle uns bekannten Fälle reichen von rund 63.000 bis 135.000 €, teils netto, teils brutto, teils ohne Angabe.
Nur bei Neuberg, Reetz und Äpfingen ist in den Quellen ausdrücklich ein Tennisplatz aufgegeben oder umgenutzt worden. Oyten, Landau und Kappelrodeck bauen auf Nebenflächen, Bad Dürkheim auf einer alten Asphaltfläche. Für zwei Courts in Vechta führt die LEADER-Region 130.568,11 € Förderung und 32.642,02 € öffentliche Kofinanzierung auf, Gesamtkosten nennt sie nicht. Der Verein nennt die Fläche der Tenniswand als Möglichkeit. Beim SV-DJK Taufkirchen brachten 19 Investoren per Crowdinvesting 62.500 € ein.
Einer. Ein Tennisplatz misst mit Auslauf 36,57 × 18,27 m, zwei Courts nebeneinander brauchen nach DTB-Plan 22 × 25,6 m. Es fehlen also 3,73 m Breite. Wenn ihr die Fläche so weit verbreitern könnt, passen zwei.
Das geht nur mit einer Verbreiterung oder rein nach Grundfläche gerechnet. Rechnerisch ergeben 668 m² durch 231 m² knapp 2,9 Courts, aber die Courts lassen sich nicht teilen. Selbst das enge britische Planmaß für drei Courts braucht 20,8 m Breite, ein Tennisplatz hat 18,27 m.
Nach den DTB-Plänen nicht, sie brauchen 25,6 × 43 m. Mit nur 1,5 m Abstand und ohne Außenrand ginge es rechnerisch auf voller Fläche. Verlasst euch darauf erst, wenn Bauamt und Court-Bauer es am Aufmaß bestätigt haben.
Nein. Laut DTB und Bayerischem Tennis-Verband muss die rote Schicht abgetragen und entsorgt werden, darunter braucht ihr eine gebundene, ebene Fläche. Das gilt auch für Ganzjahresplätze.
Einen Festpreis haben wir nicht gefunden. Unsere Beispielrechnung kommt nur für die Entsorgung bei angenommenen 10 cm Schichtstärke auf rund 3.900 bis 7.300 € netto je Tennisplatz, ohne Bagger und Transport. Im ungünstigen Fall nannte ein Anbieter 2021 rund 10.000 € zusätzlich für Abriss und Entsorgung. Dazu kommen 65.000 bis 90.000 € netto je Court, ohne Puffer.
Das hängt von eurer Satzung ab. Für Umlagen und Satzungsänderungen führt kein Weg an der Mitgliederversammlung vorbei, und nach § 32 BGB muss der Gegenstand in der Einladung stehen. Bei einem Projekt dieser Größe ist ein Beschluss auch ohne Pflicht sinnvoll.
Das kann passieren, wenn der Platz noch in einer Zweckbindung steckt. Die Fristen reichen in den von uns geprüften Ländern von 10 bis 25 Jahren. Sucht die alten Bescheide und fragt den Fördergeber schriftlich, bevor ihr beschließt.
Nehmt die Court-Zahl aus eurem Aufmaß und eine Förderquote aus der Fördersuche und spielt damit den Rechner durch. Für Rückbau und Entsorgung hat er kein eigenes Feld, rechnet sie deshalb als eigenen Posten dazu.
DTB: Zukunftsprojekt Padel, Leitfaden für Vereine
MyPadel: FAQ für Vereine
FIP: Rules of Padel, Fassung ab 01.01.2026
LTA: Padel Court Construction Guidance Note 2025
LTA: Padel Court Data Sheet
Swiss Tennis: Distanzen und Werte für Tennisplätze, 2025
Bayerischer Tennis-Verband: Padel
Hamburger Tennis-Verband: Padel
Württembergischer Tennis-Bund: Padel
TMV: Wettspielordnung 2026
Tennisverband Rheinland-Pfalz: Wettspielordnung 2024
BGB § 32 Mitgliederversammlung
BGB § 33 Satzungsänderung
BGB § 540 Gebrauchsüberlassung an Dritte
BGH II ZR 91/06 zur Umlage
VIBSS: Änderung des Vereinszwecks
LSB Niedersachsen: Richtlinie Sportstättenbau 2025 bis 2027
WLSB: Sportstättenbauförderung
LSB Thüringen: Sportstättenbauförderung
LSB Sachsen: Förderung
BARAB: Preisliste Entsorgung
Gießener Anzeiger: Heuchelheim
TNB: Padel-Court in Hagen
Weser-Kurier: TC Oyten
LEADER Vechta: Tennisverein Vechta
Kölner Stadt-Anzeiger über MSN, 22.10.2026: Kall und Reetz
DTB-Vereinsportal: Planung und Finanzierung
Landkreis Darmstadt-Dieburg: Sportförderbescheide Oktober 2026
Schwäbische Zeitung: SV Äpfingen
Bad Dürkheim: Anlage zur Beschlussvorlage vom 26.09.2025
MTV Kahlenberg: Information des Vorstands
Preise sind Richtwerte. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Oktober 2026.